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Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, Ihnen die zweite, aktualisierte online Ausgabe (Version 1.2, Juni 
2008) des nestor Handbuchs „Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeit-
archivierung“ präsentieren zu können.
Das nestor Handbuch will nach dem Konzept des „Living Document“ das 
derzeitige Wissen über das vielfältige und komplexe Thema der Langzeitar-
chivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Objekte und seine unterschied-
lichen Teilaspekte sammeln und über eine „kleine Enzyklopädie“ in strukturier-
ter Form den Interessierten in deutscher Sprache zugänglich machen.
Einzelne, von verschiedenen Experten erstellte Fachbeiträge gestatten einen 
Überblick, manchmal auch einen vertieften Einblick in die diversen Themenge-
biete der Langzeitarchivierung: von technischen und rechtlichen Aspekten bis 
hin zur Definition von Rahmenbedingungen.
In dieser Version des Handbuchs finden Sie neben neu hinzu gekommenen 
Kapiteln bzw. aktualisierten Beiträgen nun auch die Gelegenheit, mit dem Au-
tor/der Autorin direkt Kontakt aufzunehmen und Ihre Kommentare und Er-
gänzungen einzubringen.
Vorwort
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acrobat delete text in pdf; how to remove highlighted text in pdf
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VB.NET Programming Guide to Delete Text from PDF File
how to delete text from pdf reader; remove text watermark from pdf
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
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Wir hoffen, dass Sie davon regen Gebrauch machen. Nur durch Ihre aktive 
Mitarbeit wird das Konzept eines „Living Document“ verwirklicht und fließen 
aktuelle Entwicklungen sowie unterschiedliche Sichten rasch in das Handbuch 
ein. Die kleine Enzyklopädie soll somit zu einem unentbehrlichen Gebrauchs-
instrument sowohl für Fachkolleginnen und Fachkollegen im Rahmen ihrer all-
täglichen beruflichen Praxis als auch für interessierte Laien werden.
Wir freuen uns, dass wir eine große Anzahl an Autoren gewinnen konnten, für 
deren Beiträge wir uns auf diesem Weg ganz herzlich bedanken.
Ein großer Dank gilt auch den anderen Miteditoren für die redaktionelle Be-
treuung und inhaltliche Koordinierung der Artikel.
Gestatten Sie mir an dieser Stelle – auch im Namen der anderen Editoren – un-
seres langjährigen Kollegen und bisherigen Mitherausgeber Hans Liegmann zu 
gedenken, der im November 2007 im Alter von nur 54 Jahren tödlich verun-
glückt ist. Er war einer der Initiatoren des Projektes nestor und hat mit hohem 
Engagement, ausgewiesener Fachkompetenz und charmanter Kollegialität die 
Aktivitäten des Editorial Board begleitet. Wir vermissen ihn schmerzlich!
Das Andenken an ihn motiviert, das von ihm mit Begonnene auch in seinem 
Sinne weiter zu entwickeln.
Allen Lesern wünsche ich viel Freude bei der Lektüre des Handbuchs. Ergän-
zungen, Anmerkungen und Korrekturen sind auch weiterhin willkommen!
Beste Grüße,
Ihre Heike Neuroth
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›› VB.NET PDF: Delete PDF Page. VB.NET PDF - How to Delete PDF Document Page in VB.NET. Visual Basic Sample Codes to Delete PDF Document Page in VB.NET Class.
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C# PDF Page Delete Library: remove PDF pages in C#.net, ASP.NET
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1 Einführung
1 Einführung
Hans Liegmann (†), Heike Neuroth
1. Die digitale Welt, eine ständig wachsende Herausforderung
Die Überlieferung des kulturellen Erbes, traditionell eine der Aufgaben von 
Bibliotheken, Archiven und Museen, ist durch die Informationstechnologien 
deutlich schwieriger geworden.
In der heutigen Zeit werden zunehmend mehr Informationen digital erstellt 
und veröffentlicht. Diese digitalen Informationen, die Güter des Informations- 
und Wissenszeitalterzeitalter, sind einerseits wertvolle kulturelle und wissen-
schaftliche Ressourcen, andererseits sind sie sehr vergänglich. Die Datenträ-
ger sind ebenso der Alterung unterworfen, wie die Datenformate oder die zur 
Darstellung notwendige Hard- und Software. Um langfristig die Nutzbarkeit 
der digitalen Güter sicherzustellen, muss schon frühzeitig Vorsorge getroffen 
werden, müssen Strategien der digitalen Langzeitarchivierung entwickelt und 
umgesetzt werden.
Die Menge und die Heterogenität der Informationen, die originär in digitaler 
Form vorliegen, wächst beständig an. 
VB.NET PDF Text Extract Library: extract text content from PDF
PDF ›› VB.NET PDF: Extract PDF Text. VB.NET PDF - Extract Text from PDF Using VB. How to Extract Text from PDF with VB.NET Sample Codes in .NET Application.
erase text from pdf; how to delete text in pdf using acrobat professional
C# PDF Text Extract Library: extract text content from PDF file in
XDoc.PDF ›› C# PDF: Extract PDF Text. C# PDF - Extract Text from PDF in C#.NET. Feel Free to Extract Text from PDF Page, Page Region or the Whole PDF File.
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nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
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In großem Umfang werden ursprünglich analog vorliegende Daten digitalisiert 
(z.B. Google Print Projekt
1
), um den Benutzerzugriff über Datennetze zu ver-
einfachen. Im Tagesgeschäft von Behörden, Institutionen und Unternehmen 
werden digitale Akten produziert, für die kein analoges Äquivalent mehr zur 
Verfügung steht.
Sowohl die wissenschaftliche Fachkommunikation wie der alltägliche Infor-
mationsaustausch sind ohne die Vermittlung von Daten in digitaler Form nicht 
mehr vorstellbar.
Mit der Menge der ausschließlich digital vorliegenden Information wächst un-
mittelbar auch ihre Relevanz als Bestandteil unserer kulturellen und wissen-
schaftlichen Überlieferung sowie die Bedeutung ihrer dauerhaften Verfügbar-
keit für Wissenschaft und Forschung. Denn das in der „scientific community“ 
erarbeitete Wissen muss, soll es der Forschung dienen, langfristig verfügbar 
gehalten werden, da der Wissenschaftsprozess immer wieder eine Neubewer-
tung langfristig archivierter Fakten erforderlich macht. Die Langzeitarchivie-
rung digitaler Ressourcen ist daher eine wesentliche Bedingung für die Kon-
kurrenzfähigkeit des Bildungs- und Wissenschaftssystems und der Wirtschaft. 
In Deutschland existiert eine Reihe von Institutionen (Archive, Bibliotheken, 
Museen), die sich in einer dezentralen und arbeitsteiligen Struktur dieser Auf-
gabe widmen.
Im Hinblick auf die heutige Situation, in der Autoren und wissenschaftliche 
Institutionen (Universitäten, Forschungsinstitute, Akademien) mehr und mehr 
selbst die Veröffentlichung und Verbreitung von digitalen Publikationen über-
nehmen, erscheint auch weiterhin ein verteilter Ansatz angemessen, der jedoch 
um neue Verantwortliche, die an der „neuen“ Publikationskette beteiligt sind, 
erweitert werden muss.
1.1. Langzeitarchivierung im digitalen Kontext 
„Langzeitarchivierung“ meint in diesem Zusammenhang mehr als die Erfül-
lung gesetzlicher Vorgaben über Zeitspannen, während der steuerlich relevante 
tabellarisch strukturierte Daten verfügbar gehalten werden müssen. „Langzeit“ 
ist die Umschreibung eines nicht näher fixierten Zeitraumes, währenddessen 
wesentliche,  nicht  vorhersehbare  technologische  und  soziokulturelle  Verän-
derungen eintreten; Veränderungen, die sowohl die Gestalt als auch die Nut-
1  http://print.google.com
http://print.google.com
C# PDF insert text Library: insert text into PDF content in C#.net
Text to PDF. C#.NET PDF SDK - Insert Text to PDF Document in C#.NET. Providing C# Demo Code for Adding and Inserting Text to PDF File Page with .NET PDF Library.
erase pdf text; deleting text from a pdf
C# PDF Text Search Library: search text inside PDF file in C#.net
Text: Search Text in PDF. C# Guide about How to Search Text in PDF Document and Obtain Text Content and Location Information with .NET PDF Control.
how to delete text in pdf preview; how to remove text watermark from pdf
[ Version 1.5 ]   1-3
zungssituation digitaler Ressourcen in rasanten Entwicklungszyklen vollständig 
umwälzen können. Es gilt also, jeweils geeignete Strategien für bestimmte di-
gitale Sammlungen zu entwickeln, die je nach Bedarf und zukünftigem Nut-
zungsszenarium die langfristige Verfügbarkeit der digitalen Objekte sicherstel-
len. Dabei spielen nach bisheriger Erfahrung das Nutzerinteresse der Auf- und 
Abwärtskompatibilität alter und neuer Systemumgebungen nur dann eine Rolle, 
wenn dies dem Anbieter für die Positionierung am Markt erforderlich erscheint. 
„Langzeit“ bedeutet für die Bestandserhaltung digitaler Ressourcen nicht die 
Abgabe einer Garantieerklärung über fünf oder fünfzig Jahre, sondern die ver-
antwortliche Entwicklung von Strategien, die den beständigen, vom Informati-
onsmarkt verursachten Wandel bewältigen können. 
Der Bedeutungsinhalt von „Archivierung“ müsste hier nicht näher präzisiert 
werden, wäre er nicht im allgemeinen Sprachgebrauch mit der fortschreitenden 
Anwendung der Informationstechnik seines Sinnes nahezu entleert worden. 
„Archivieren“ bedeutet zumindest für Archive, Museen und Bibliotheken mehr 
als nur die dauerhafte Speicherung digitaler Informationen auf einem Datenträ-
ger. Vielmehr schließt es die Erhaltung der dauerhaften Verfügbarkeit digitaler 
Ressourcen mit ein. 
2. Substanzerhaltung
Eines von zwei Teilzielen eines Bestandserhaltungskonzeptes für digitale Res-
sourcen ist die unversehrte und unverfälschte Bewahrung des digitalen Daten-
stroms: die Substanzerhaltung der Dateninhalte, aus denen digitale  Objekte 
physikalisch bestehen. Erfolgreich ist dieses Teilziel dann, wenn die aus hetero-
genen Quellen stammenden und auf unterschiedlichsten Trägern vorliegenden 
Objekte möglichst früh von ihren originalen Träger getrennt und in ein ho-
mogenes Speichersystem überführt werden. Die verantwortliche archivierende 
Institution wird vorzugsweise ein funktional autonomes Teilsystem einrichten, 
dessen  vorrangige  Aufgabe  die  Substanzerhaltung  digitaler  Ressourcen  ist. 
Wichtige Bestandteile dieses  Systems  sind automatisierte Kontrollmechanis-
men, die den kontinuierlichen systeminternen Datentransfer überwachen. Die 
kurze Halbwertszeit technischer Plattformen macht auch vor diesem System 
nicht halt und zwingt zum laufenden Wechsel von Datenträgergenerationen 
und der damit möglicherweise verbundenen Migration der Datenbestände. 
Dauerhafte Substanzerhaltung ist nicht möglich, wenn die Datensubstanz un-
trennbar an einen Datenträger und damit an dessen Schicksal gebunden ist. 
Technische  Maßnahmen  zum  Schutz  der  Verwertungsrechte  (z.B.  Kopier-
1 Einführung
C# PDF Convert to Text SDK: Convert PDF to txt files in C#.net
C#.NET PDF SDK - Convert PDF to Text in C#.NET. Integrate following RasterEdge C#.NET text to PDF converter SDK dlls into your C#.NET project assemblies;
how to delete text in pdf acrobat; remove text from pdf preview
C# PDF metadata Library: add, remove, update PDF metadata in C#.
Allow C# Developers to Read, Add, Edit, Update and Delete PDF Metadata in .NET Project. Remove and delete metadata from PDF file.
how to copy text out of a pdf; delete text from pdf acrobat
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
1-4
schutzverfahren) führen typischerweise mittelfristig solche Konfliktsituationen 
herbei. Ein digitales Archiv wird in Zukunft im eigenen Interesse Verantwor-
tung nur für solche digitalen Ressourcen übernehmen, deren Datensubstanz es 
voraussichtlich erhalten kann. Ein objektspezifischer „Archivierungsstatus“ ist 
in dieser Situation zur Herstellung von Transparenz hilfreich. 
3. Erhaltung der Benutzbarkeit
Substanzerhaltung ist nur eine der Voraussetzungen, um die Verfügbarkeit und 
Benutzbarkeit digitaler Ressourcen in Zukunft zu gewährleisten. „Erhaltung der 
Benutzbarkeit“ digitaler Ressourcen ist eine um ein Vielfaches komplexere Auf-
gabenstellung als die Erhaltung der Datensubstanz. Folgen wir dem Szenario 
eines „Depotsystems für digitale Objekte“, in dem Datenströme sicher gespei-
chert und über die Veränderungen der technischen Umgebung hinweg aufbe-
wahrt werden, so steht der Benutzer/die Benutzerin der Zukunft gleichwohl 
vor einem Problem. Er oder sie ist ohne weitere Unterstützung nicht in der 
Lage den archivierten Datenstrom zu interpretieren, da die erforderlichen tech-
nischen  Nutzungsumgebungen  (Betriebssysteme,  Anwendungsprogramme) 
längst nicht mehr verfügbar sind. Zur Lösung dieses Problems werden unter-
schiedliche Strategien diskutiert, prototypisch implementiert und erprobt. 
Der Ansatz, Systemumgebungen in Hard- und Software-Museen zu konser-
vieren und ständig verfügbar zu halten, wird nicht ernsthaft verfolgt. Dagegen 
ist die Anwendung von Migrationsverfahren bereits für die Substanzerhaltung 
digitaler Daten erprobt, wenn es um einfachere Datenstrukturen oder den Ge-
nerationswechsel von Datenträgertypen geht. Komplexe digitale Objekte ent-
ziehen sich jedoch der Migrationsstrategie, da der für viele Einzelfälle zu er-
bringende Aufwand unkalkulierbar ist. Aus diesem Grund wird mit Verfahren 
experimentiert, deren Ziel es ist, Systemumgebungen lauffähig nachzubilden 
(Emulation). Es werden mehrere Ansätze verfolgt, unter denen die Anwendung 
formalisierter Beschreibungen von Objektstrukturen und Präsentationsumge-
bungen eine besondere Rolle einnimmt. 
Die bisher genannten Ansätze spielen durchgängig erst zu einem späten Zeit-
punkt eine Rolle, zu dem das digitale Objekt mit seinen für die Belange der 
Langzeitarchivierung günstigen oder weniger günstigen Eigenschaften bereits 
fertig gestellt ist. Darüber hinaus wirken einige wichtige Initiativen darauf hin, 
bereits im Entstehungsprozess digitaler Objekte die Verwendung langzeitsta-
biler Datenformate und offener Standards zu fördern. Welche der genannten 
Strategien auch angewandt wird, die Erhaltung der Benutzbarkeit und damit der 
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Interpretierbarkeit wird nicht unbedingt mit der Erhaltung der ursprünglichen 
Ausprägung des „originalen“ Objektes korrespondieren. Es wird erforderlich 
sein, die Bemühungen auf die Kernfunktionen (so genannte „significant pro-
perties“) digitaler Objekte zu konzentrieren, vordringlich auf das, was ihren 
wesentlichen Informationsgehalt ausmacht. 
4. Technische Metadaten
Die Erhebung und die strukturierte Speicherung technischer Metadaten ist 
eine wichtige Voraussetzung für die automatisierte Verwaltung und Bearbei-
tung digitaler Objekte im Interesse ihrer Langzeitarchivierung. Zu den hier rele-
vanten Metadaten gehören z.B. Informationen über die zur Benutzung notwen-
digen Systemvoraussetzungen hinsichtlich Hardware und Software sowie die 
eindeutige Bezeichnung und Dokumentation der Datenformate, in denen die 
Ressource vorliegt. Spätestens zum Zeitpunkt der Archivierung sollte jedes di-
gitale Objekt über einen eindeutigen, beständigen Identifikator (persistent iden-
tifier) verfügen, der es unabhängig vom Speicherort über Systemgrenzen und 
Systemwechsel hinweg identifiziert und dauerhaft nachweisbar macht. Tools, 
die zurzeit weltweit entwickelt werden, können dabei behilflich sein, Formate 
beim Ingest-Prozess (Importvorgang in ein Archivsystem) zu validieren  und 
mit notwendigen technischen Metadaten anzureichern. Ein viel versprechender 
Ansatz ist das JHOVE Werkzeug
2
, das zum Beispiel Antworten auf folgende 
Fragen gibt: Welches Format hat mein digitales Objekt? Das digitale Objekt 
„behauptet“ das Format x zu haben, stimmt dies?
Ohne die Beschreibung eines digitalen Objektes mit technischen Metadaten 
dürften Strategien zur Langzeitarchivierung wie Migration oder Emulation na-
hezu unmöglich bzw. deutlich kostenintensiver werden.
5. Vertrauenswürdige digitale Archive
Digitale Archive stehen erst am Beginn der Entwicklung, während Archive für 
traditionelles Schriftgut über Jahrhunderte hinweg Vertrauen in den Umfang 
und die Qualität ihrer Aufgabenwahrnehmung schaffen konnten. Es werden 
deshalb  Anstrengungen unternommen,  allgemein akzeptierte Leistungskrite-
rien für vertrauenswürdige digitale Archive aufzustellen (vgl. Kap. 8), die bis 
zur Entwicklung eines Zertifizierungsverfahrens reichen. Die Konformität zum 
OAIS-Referenzmodell spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie die Bestän-
2  JSTOR/Harvard Object Validation Environment, 
http://hul.harvard.edu/jhove/
1 Einführung
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
1-6
digkeit der institutionellen Struktur, von der das Archiv betrieben wird. Es wird 
erwartet, dass Arbeitsmethoden und Leistungen der Öffentlichkeit präsentiert 
werden, sodass aus dem möglichen Vergleich zwischen inhaltlichem Auftrag 
und tatsächlicher Ausführung eine Vertrauensbasis sowohl aus Nutzersicht, wie 
auch im Interesse eines arbeitsteiligen kooperativen Systems, entstehen kann.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Wahrung der Integrität und 
Authentizität eines digitalen Objektes. Nur wenn sichergestellt werden kann, 
dass das digitale Objekt zum Beispiel inhaltlich nicht verändert wurde, kann 
man mit der Ressource vertrauensvoll arbeiten.
6. Verteilte Verantwortung bei der Langzeitarchivierung digitaler 
Ressourcen 
6.1 National
Hinsichtlich der Überlegungen zur Langzeitarchivierung digitaler Quellen in 
Deutschland muss das Ziel sein, eine Kooperationsstruktur zu entwickeln, die 
entsprechend den Strukturen im analogen Bereich die Bewahrung und Ver-
fügbarkeit aller digitalen Ressourcen gewährleistet. Diese Strukturen berück-
sichtigen alle Ressourcen, die in Deutschland, in deutscher Sprache oder über 
Deutschland erschienen sind, die Bewahrung und Verfügbarkeit der wichtigsten 
Objekte jedes Fachgebiets organisiert (unabhängig davon, ob es sich um Texte, 
Fakten, Bilder, Multimedia handelt) sowie die Bewahrung und Verfügbarkeit 
digitaler Archivalien garantiert.
Das Auffinden der Materialien soll dem interessierten Nutzer ohne besondere 
Detailkenntnisse möglich sein, d.h. ein weiteres Ziel einer angestrebten Koo-
perationsstruktur beinhaltet, die Verfügbarkeit durch Zugangsportale zu sicher 
zu stellen und die Nutzer dorthin zu lenken, wo die Materialien liegen. Da-
bei müssen selbstverständlich Zugriffsrechte, Kosten u.a. durch entsprechende 
Mechanismen (z.B. Bezahlsysteme) berücksichtigt werden. 
Beim Aufbau einer solchen Struktur sind vor allem die Bibliotheken, Archive 
und Museen gefordert. In Deutschland müssen in ein entstehendes Kompe-
tenznetzwerk Langzeitarchivierung aber auch die Produzenten digitaler Res-
sourcen, d. h. Verlage, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftler 
sowie technische Dienstleister wie Rechen-, Daten- und Medienzentren und 
Großdatenbankbetreiber einbezogen werden. 
[ Version 1.5 ]   1-7
6.2 Internationale Beispiele
Ein Blick ins Ausland bestärkt den kooperativen Ansatz. In Großbritannien 
ist im Jahr 2001 die Digital Preservation Coalition (DPC) mit dem Ziel
initi-
iert worden, die Herausforderungen der Langzeitarchivierung und -verfügbar-
keit digitaler Quellen aufzugreifen und die Langzeitverfügbarkeit des digitalen 
Erbes in nationaler und internationaler Zusammenarbeit zu sichern. Die DPC 
versteht sich als ein Forum, welches Informationen über den gegenwärtigen 
Forschungsstand sowie Ansätze aus der Praxis digitaler Langzeitarchivierung 
dokumentiert und weiterverbreitet. Die Teilnahme an der DPC ist über ver-
schiedene Formen der Mitgliedschaft möglich. 
In den USA ist im Jahr 2000 ein Programm zum Aufbau einer nationalen 
digitalen Informationsinfrastruktur und ein Programm für die Langzeitverfüg-
barkeit digitaler Ressourcen in der Library of Congress (LoC) verabschiedet 
worden.  Die  Aufgaben  werden  in  Kooperation  mit Vertretern aus  anderen 
Bibliotheken und der Forschung sowie kommerziellen Einrichtungen gelöst. 
Darüber hinaus hat die LoC in Folge ihrer Jubiläumskonferenz im Jahre 2000 
einen Aktionsplan aufgestellt, um Strategien zum Management von Netzpu-
blikationen durch Bibliothekskataloge und Metadatenanwendungen zu entwi-
ckeln. Der Ansatz einer koordinierten nationalen Infrastruktur, auch unter den 
Rahmenbedingungen einer äußerst leistungsfähigen Nationalbibliothek wie der 
LoC, bestätigt die allgemeine Einschätzung, dass zentralistische Lösungsansätze 
den künftigen Aufgaben nicht gerecht werden können. 
Im Archivbereich wird die Frage der Langzeitverfügbarkeit digitaler Archiva-
lien in internationalen Projekten angegangen. Besonders zu erwähnen ist das 
Projekt  ERPANET,  das  ebenfalls  den  Aufbau  eines  Kompetenznetzwerks 
mittels einer Kooperationsplattform zum Ziel hat. InterPares ist ein weiteres 
internationales Archivprojekt, welches sich mit konkreten Strategien und Ver-
fahren der Langzeitverfügbarkeit digitaler Archivalien befasst. Die Zielsetzung 
der Projekte aus dem Archivbereich verdeutlichen, wie ähnlich die Herausfor-
derungen der digitalen Welt für alle Informationsanbieter und Bewahrer des 
kulturellen Erbes sind und lassen Synergieeffekte erwarten. 
Ein umfassender Aufgabenbereich von Museen ist das fotografische Doku-
mentieren und Verfahren von Referenzbildern für Museumsobjekte. Die Siche-
rung der Langzeitverfügbarkeit der digitalen Bilder ist eine essentielle Aufgabe 
aller Museen. Im Bereich des Museumswesens muss der Aufbau von Arbeits-
strukturen, die über einzelne Häuser hinausreichen, jedoch erst noch nachhaltig 
aufgebaut werden. 
1 Einführung
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
1-8
7. Rechtsfragen
Im Zusammenhang mit der Langzeitarchivierung und -verfügbarkeit digitaler 
Ressourcen sind urheberrechtlich vor allem folgende Fragestellungen relevant:
•  Rechte zur Durchführung notwendiger Eingriffe in die Gestalt der elek-
tronischen Ressourcen im Interesse der Langzeiterhaltung,
•  Einschränkungen  durch  Digital  Rights  Management  Systeme  (z.  B. 
Kopierschutz),
•  Konditionen des Zugriffs auf die archivierten Ressourcen und deren 
Nutzung.
Die EU-Richtlinie zur Harmonisierung des Urheberrechts in Europa greift 
diese Fragestellungen alle auf; die Umsetzung in nationales Recht muss aber in 
vielen Ländern, darunter auch Deutschland, noch erfolgen. Erste Schritte sind 
in dem „ersten Korb“ des neuen deutschen Urheberrechtsgesetzes erfolgt. 
8. Wissenschaftliche Forschungsdaten
Die  Langzeitarchivierung  wissenschaftlicher  Primär-  und  Forschungsdaten 
spielt eine immer größere Rolle. Spätestens seit einigen „Manipulations-Skan-
dalen“ (zum Beispiel Süd-Korea im Frühjahr 2008) ist klar geworden, dass auch 
Forschungsdaten langfristig verfügbar gehalten werden müssen. Verschiedene 
Stimmen aus wissenschaftlichen Disziplinen, sowohl Geistes- als auch Natur-
wissenschaften, wünschen sich eine dauerhafte Speicherung und einen langfris-
tigen Zugriff auf ihr wissenschaftliches Kapital.
Weiterhin fordern verschiedene Förderer und andere Institutionen im Sinne 
„guter wissenschaftlicher Praxis“ (DFG) dauerhafte Strategien, wie folgende 
Beispiele zeigen:
•  DFG, Empfehlung 7
3
•  OECD
4
•  Und ganz aktuell die EU
5
mit folgendem Zitat: „Die Europäische Kom-
mission hat am 10. April 2008 die ‚Empfehlungen zum Umgang mit geis-
tigem Eigentum bei Wissenstransfertätigkeiten und für einen Praxisko-
dex für Hochschulen und andere öffentliche Forschungseinrichtungen‘ 
herausgegeben. Zu diesem Thema war bereits im ersten Halbjahr 2007 
3  http://www.dfg.de/aktuelles_presse/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_
praxis_0198.pdf
4  http://www.oecd.org/dataoecd/9/61/38500813.pdf
http://ec.europa.eu/invest-in-research/pdf/ip_recommendation_de.pdf
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