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[ Version 1.5 ]   12-19
me und auch weitere Emulatoren für andere ältere Systeme sind  erhältlich
11
Die Emulation eines Betriebssystems oder einer Hardware-Plattform ist eine 
sehr komplexe Sache, die schon für einen C-64-Emulator sehr viel Arbeit be-
deutet. Man kann jedoch auch die Hardware eines PC in Software nachbilden, 
um dann auf einem solchen virtuellen PC beliebige Betriebssysteme und die auf 
ihnen laufenden Anwendungsprogramme oder auch Spiele zu starten (die Be-
triebssysteme wie auch die Programme bleiben dann im Originalzustand). Dies 
bedeutet im Allgemeinen, dass eine gute Performanz auf der aktuellen Hard-
ware vorhanden sein muss. Eine Emulation eines Commodore-64 auf einem 
aktuellen PC ist jedoch keine performanzkritische Anwendung. Für zukünftige 
Computersysteme, die unsere heutigen emulieren sollen, wird im Allgemeinen 
davon ausgegangen, dass deren Performanz weitaus höher ist als heute, sodass 
auch hier die Performanz für eine erfolgreiche Emulation ausreichen dürfte.
Beispiel: Migration und Emulation alter C-64 Programme
•  Da der Commodore 64 ein sehr beliebter und weit verbreiteter Home-
computer war, gibt es sehr viele Emulatoren für nahezu alle aktuellen 
Computersysteme. Viele Videospiele, die es für den C-64 gab, sind im In-
ternet als C-64 Disk-Image zu finden. Die darin enthaltenen Programme 
können dann mit den Emulatoren geladen und genutzt werden. Als alter 
C-64 Nutzer stand ich also nicht vor dem Problem, meine Spiele von 
alten 5,25-Zoll Disketten auf neuere Datenträger migrieren zu müssen. 
Ein Emulator für den Apple unter Mac OS X ist Power64
12
, siehe Abbil-
dung 12.3.1.
•  Anders sah es hingegen für die Programme aus, die ich vor mehr als 20 
Jahren auf dem C-64 selbst programmiert habe. Es handelt sich hier 
um viele Programme in Commodore-64 BASIC. Die Frage, die sich mir 
stellte, war nun die, ob und wie ich diese Daten von meinen alten (auf 
dem Original C-64 noch laufenden) 5,25 Zoll-Disketten von 1982 bis 
1987 auf die Festplatte meines PC kopieren und ich diese Daten auch für 
den C-64-Emulator nutzen kann.
•  Der erste Versuch, einfach ein vor einigen Jahren noch gebräuchliches 
5,25 Zoll-Laufwerk
13
an den PC anzuschließen und die C-64 Daten am 
11  Hier  einige Adressen  im  Internet zum Thema  Emulatoren: <http://www.luke-web.de/
games/emu.html>,  <http://www.aep-emu.de/Emus.html>,  <http://www.homecompu-
termuseum.de/>
12  <http://www.infinite-loop.at/Power64/index.html>
13  Den ersten Versuch unternahm ich vor etwa vier Jahren, 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerke waren 
12 Digitale Erhaltungsstrategien
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nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
12-20
PC auszulesen, schlug zunächst einmal fehl. Grund hierfür waren die 
unterschiedlichen Dichten und die unterschiedlichen Dateisysteme der 
5,25 Zoll-Disketten. Auf eine Diskette des C-64 war Platz für 170 KB, 
damals einfache Dichte (single density). Die Disketten für den PC hatten 
jedoch doppelte Dichte (double density) oder gar hohe Dichte (high den-
sity), sodass das mit zur Verfügung stehende Diskettenlaufwerk die C-64 
Disketten nicht lesen konnte.
•  Nach kurzer Recherche entdeckte ich eine Seite im Internet (die Com-
munity für den C-64 ist immer noch enorm groß), die Schaltpläne für 
einige Kabel abbildete, mit denen man seinen PC mit den Diskettenlauf-
werken seines C-64 verbinden konnte. Mit Hilfe des Programmes Star 
Commander
14
, das unter DOS läuft, kann man damit seine Daten von 
C-64 Disketten auf seinen PC kopieren und auch gleich Disk-Images 
erstellen. Inzwischen kann man solche Kabel auch bestellen und muss 
nicht selbst zum Lötkolben greifen (Für die Nutzung dieses Programms 
muss natürlich eine lauffähige DOS-Version zur Verfügung stehen, ist 
keine verfügbar, kann evtl. eine emuliert werden :-)
•  Nach diesen Aktionen kann ich nun meine alten selbst erstellten Pro-
gramme auf vielen C-64 Emulatoren wieder nutzen, weiterentwickeln 
und spielen, wie in Abbildung 12.3.2 und 12.3.3 zu sehen ist (und das 
sogar auf mehreren virtuellen Commodore-64 gleichzeitig).
Beispiel: Eine Emulation in der Emulation
•  Es ist nun auch möglich, einen Emulator wiederum zu emulieren, wenn 
ein weiterer Generationswechsel einer Hardwareplattform ansteht. Ein 
praktisches Beispiel ist ein Apple Notebook, das unter Mac OS X, einem 
Unix-basierten Betriebssystem, arbeitet. Auf diesem werden zwei Emu-
latoren und ein weiteres originales Betriebssystem gestartet.
•  Auf diesem Rechner wird das Programm Q gestartet
15
, das eine Hard-
ware-Plattform emuliert (einen Pentium x86 mit diversen Grafik-, Sound- 
und weiteren Hardwarekomponenten). Es basiert auf dem CPU-Emula-
tor QEMU
16
• 
•  Auf dieser virtuellen Hardwareplattform kann nun ein originales Win-
dows 98 installiert werden, so dass man ein reguläres, altbekanntes Win-
nicht mehr wirklich gebräuchlich, aber noch erhältlich. Heute werden selbst die 3,5-Zoll-
Laufwerke schon nicht mehr mit einem neuen Rechner verkauft. Neue Medien zum Daten-
austausch und zur Speicherung sind heute USB-Stick, DVD, CD-ROM und Festplatte.
14  <http://sta.c64.org/sc.html>
15  <http://www.kberg.ch/q/>
16  <http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/>
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ONLINE DEMOS: Online HTML5 Document Viewer; Online XDoc.PDF C# Page: Insert PDF pages; C# Page: Delete PDF pages; C# PDF Viewer; VB.NET: ASP.NET PDF Editor; VB.NET
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[ Version 1.5 ]   12-21
Abbildung 1�.3.3: Der Spion, ein Adventure in Basic für den C-64, emuliert unter Max 
OS X �S. �. Funk, 1 1 87)
Abbildung 1�.3.4: Das Videospiel Donkey Kong auf  einem C-64 �mulator auf  einem 
Windows 8 auf  einem virtuellen Pentium auf  einem Apple PowerBook unter Mac OS X
12 Digitale Erhaltungsstrategien
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nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
12-22
dows 98 auf diesem nicht-Windows-Rechner nutzen kann. Das instal-
lierte Windows 98 kann selbstverständlich alle Programme für Windows 
98 ausführen, da es sich tatsächlich um ein originales Windows 98 han-
delt. Sogar ein Windows-Update über das Internet ist möglich.
•  Jetzt kann  natürlich auch ein  C-64 Emulator  für Windows, hier  der 
VICE
17
, gestartet werden. Darauf laufen nun alle altbekannten und be-
liebten Commodore-64 Programme.
•  Probleme kann es bei dieser Art von Emulation zum Beispiel bei der Per-
formanz geben und je nach Qualität der Emulatoren auch mit hardware-
spezifischen Dingen wie Grafik, Sound und angeschlossener Periphe-
rie (Mäuse, Joysticks, etc.). Der C-64 Emulator muss schließlich durch 
Windows über die virtuelle Hardware (Emulation QEMU) auf die reale 
Hardware des Notebooks zugreifen. Bei steigender Komplexität solcher 
Emulationsszenarien wird die Anzahl der möglichen Fehler stark anstei-
gen. Als Beispiel siehe Abbildung 12.3.4.
Der Universal Virtual Computer (UVC)
Mittlerweile gibt es einen elaborierteren Ansatz der Emulation, den Univer-
sal Virtual Computer (UVC) von IBM. Der UVC ist ein wohldokumentierter 
virtueller  Computer,der  auf unterschiedlichen (auch  zukünftigen)  Architek-
turen nachgebildet werden kann. Aufgebaut ist er ähnlich wie heute existieren-
de Computer, der beispielsweise Speicherzugriff ermöglicht. Mit Hilfe dieser 
Dokumentation ist es einem Programmierer auch auf zukünftigen Systemen 
möglich, diesen virtuellen Computer zu implementieren. Auf diesem virtuellen 
Computer aufbauend können nun Programme geschrieben werden, die zum 
Beispiel eine PDF-Datei lesen oder Grafiken darstellen können.
Archiviert wird jetzt der PDF-Reader (der Bildbetrachter), der für den UVC 
programmiert wurde, sowie das originale PDF-Dokument (oder die originale 
Grafik) selbst. Ein zukünftiger Nutzer kann dann auf einer zukünftigen und 
wahrscheinlich hoch entwickelten Hardware auch in ferner Zukunft noch mit 
Hilfe der Dokumentation des UVC einen solchen implementieren und mit Hilfe 
dieses virtuellen Computers den PDF-Reader starten, mit dem das archivierte 
PDF-Dokument dargestellt wird. Die Dokumentation muss selbstverständlich 
erhalten bleiben und lesbar sein.
Ein Problem dieser Idee ist sicherlich, dass bei zunehmendem Anspruch an 
17  http://www.viceteam.org/
http://www.viceteam.org/
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ONLINE DEMOS: Online HTML5 Document Viewer; Online XDoc.PDF C# Page: Insert PDF pages; C# Page: Delete PDF pages; C# PDF Viewer; VB.NET: ASP.NET PDF Editor; VB.NET
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C# PDF insert text Library: insert text into PDF content in C#.net
SharePoint. Able to add a single text character and text string to PDF files using online source codes in C#.NET class program. Insert
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[ Version 1.5 ]   12-23
die Emulation, die auf dem UVC laufen soll, eine Programmierung derselben 
immer schwieriger wird. Es wird sehr kompliziert, wenn für den UVC ein Be-
triebssystem wie Linux oder Windows programmiert werden soll, mit dessen 
Hilfe dann die Applikationen von Linux oder Windows genutzt werden können. 
Schon eine nachprogrammierte Version  eines Textverarbeitungsprogrammes 
wie zum Beispiel Word, mit dem später alte Word-Dokumente (.doc) auf dem 
UVC gelesen und bearbeitet werden können, ist ein höchst umfangreiches Un-
ternehmen. Zumal hier nicht nur die Formatbeschreibung, sondern auch alle 
Programmfunktionen bekannt sein müssen.
Zusammenfassung: Vor- und Nachteile von Emulation
Vorteile von Emulation
•  Bei der Emulation bleiben die Originalobjekte unverändert.
•  Eine Konvertierung der Objekte ist nicht nötig.
•  Für die Emulation wird weniger Speicherplatz benötigt, da keine Migra-
tionen gespeichert werden müssen.
Nachteile von Emulation
•  Für  komplizierte  Objekte/Systeme  (wie  Betriebssysteme  oder  An-
wendungsprogramme)  sind  Emulatoren  technisch  schwer  zu 
implementieren.
•  Es entsteht ein hoher Aufwand pro Hardware-Generationswechsel. Es 
müssen für jede Plattform neue Emulatoren entwickelt werden.
•  Die Spezifikationen für die zu emulierenden Objekte/Systeme sind nicht 
immer hinreichend bekannt. 
Literatur
•  Lorie,  Raymond:  the  UVC:  a  method  for  preser-
ving  digital  documents  -  proof  of  concept  (2002) 
<http://www-5.ibm.com/nl/dias/resource/uvc.pdf>  (letzter  Zugriff: 
4. Mai 2006)
•  Nationaal Archief: Technical Description of the Universal Virtual Com-
puter (UVC) - Data preservation process for spreadsheets (2005) <http://
www.digitaleduurzaamheid.nl/bibliotheek/docs/TDUVCv1.pdf> 
(letzter Zugriff: 6. Juni 2006)
•  Erik  Oltmans,  Nanda  Kol:  A  Comparison  Between  Migration  and 
Emulation  in  Terms  of  Costs  (2005)  <http://www.rlg.org/en/page.
php?Page_ID=20571#article0> (letzter Zugriff: 4. Mai 2006)
12 Digitale Erhaltungsstrategien
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nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
12-24
12.4 Computermuseum
Karsten Huth
Definition
Auch wenn  man die Strategie der Hardware Preservation als Methode zur 
Langzeitarchivierung auf keinen Fall empfehlen sollte, so ist es leider alltägliche 
Praxis, dass digitale Langzeitarchive auch obsolete Hardware vorhalten müssen, 
zumindest bis sie in der Lage sind, besser geeignete Strategien durchzuführen. 
Aber gerade in den Anfängen eines digitalen Archivs, wenn es noch über keinen 
geregelten Workflow verfügt, werden digitale Objekte oft auf ihren originalen 
Datenträgern  oder  mitsamt ihrer  originalen Hardware/Software  Umgebung 
abgeliefert. Dies betrifft vor allem digitale Objekte, die technologisch obsolet 
geworden sind. Deshalb sind in der Praxis, wenn auch ungewollt, Computer-
museen eher die Regel als eine Ausnahme.
Leider hat sich der Begriff „Computermuseum“ im deutschen Sprachraum 
verfestigt. Passender wäre der Begriff „Hardware-/Software-Konservierung“, 
denn die konservierten Computer müssen  nicht unbedingt  nur im Rahmen 
eines Museums erhalten werden. Man muss vielmehr differenzieren zwischen:
1.  Hardware  Preservation  als  Strategie  zur  Archivierung  von  digitalen 
Objekten:
Eigentliches Ziel ist die Erhaltung der digitalen Objekte. Zu diesem Zweck 
versucht man die ursprüngliche Hardware/Software Plattform so lange wie 
möglich am Laufen zu halten. 
2.  Hardware Preservation im Rahmen eines Technikmuseums:
Wird im ersten Fall die Hardware/Software Plattform nur erhalten, um den 
Zugriff auf die digitalen Objekte zu ermöglichen, so ist hier die ursprüngliche 
Hardware/Software Plattform das zentrale Objekt der konservatorischen Be-
mühungen. Während im ersten Fall Reparaturen an der Hardware einzig der 
Lauffähigkeit der Rechner dienen, so fallen im Rahmen eines Technikmuseums 
auch ethische Gesichtspunkte bei der Restauration ins Gewicht. Die Erhaltung 
der Funktion ist bei einer Reparatur nicht mehr das einzige Kriterium, es sollten 
auch möglichst die historisch adäquaten Bauteile verwendet werden. Diese Auf-
lage erschwert die beinahe unmögliche Aufgabe der Hardware-Konservierung 
[ Version 1.5 ]   12-25
noch zusätzlich.
Bei einem technischen Museum liegt die Motivation zur Konservierung von 
Hardware auf der Hand. Die historische Hardware zusammen mit der origi-
nalen Software sind die Sammelobjekte und Exponate des Museums. Deswe-
gen müssen sie solange wie möglich ein einem präsentablen Zustand erhalten 
werden. Daneben gibt es aber auch noch weitere Gründe, die für die Hardware 
Preservation als Archivierungsstrategie sprechen. 
Gründe zur Aufrechterhaltung eines Computermuseums:
Keine andere Strategie erhält soviel vom intrinsischen Wert der digitalen 
Objekte  (Look  and  Feel).  An  Authentizität  ist  dieser  Ansatz  nicht  zu 
übertreffen.
18
Bei komplexen digitalen Objekten, für die Migration nicht in Frage kommt, 
und eine Emulation der Hardware/Software Umgebung noch nicht mög-
lich ist, ist die Hardware Preservation die einzige Möglichkeit, um das Ob-
jekt zumindest für einen Übergangszeitraum zu erhalten.
19
Zur Unterstützung von anderen Archivierungsstrategien kann die zeitweise 
Erhaltung der originalen Plattformen notwendig sein. Man kann z. B. nur 
durch einen Vergleich mit der ursprünglichen Hardware/Software Platt-
form überprüfen, ob ein Emulatorprogramm korrekt arbeitet oder nicht.
20
Probleme der Hardware Preservation:
Ob man ein Hardware-Museum aus dem ersten oder dem zweiten Grund 
führt,  in beiden  Fällen  hat man  mit den  gleichen  Problemen  zu  kämpfen. 
Zum einen ergeben sich auf lange Sicht gesehen große organisatorische und 
zum anderen rein technische Probleme der Konservierung von Hardware und 
18  Borghoff,UweM. etal.(2003):
Borghoff, Uwe M. et al. (2003):
(2003): Methoden zur Erhaltung digitaler Dokumente. 1. Aufl. Heidelberg 
: dpunkt-Verl., 2003: S. 16-18
19  Jones, Maggie/ Beagrie, Neil (o.J.):
Jones, Maggie/ Beagrie, Neil (o.J.): Preservation Management of Digital Materials: A Handbook. 
Digital  Preservation  Coalition.  <  http://www.dpconline.org/text/orgact/storage.html> 
(Abrufdatum: 14.12.2007)
20  Rothenberg, Jeff (1998):
Rothenberg, Jeff (1998): Avoiding Technological Quicksand: Finding a Viable Technical Foundation 
for Digital Preservation: A Report to the Council on Library and Information Resources. Washington 
D.C.: Council on Library and Information Resources: S. 12-13 <http://www.clir.org/pubs/
reports/rothenberg/inadequacy.html> (Abrufdatum 14.12.2007)
12 Digitale Erhaltungsstrategien
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
12-26
Datenträgern.
1.  Organisatorische Probleme:
Die Menge an zu lagerndem und zu verwaltendem Material wird stetig 
wachsen.  Da nicht  nur die Rechner sondern  auch Peripheriegeräte und 
Datenträger gelagert werden müssen, steigt der Platzbedarf und der La-
gerungsaufwand enorm an. „Selbst heute schon erscheint es unrealistisch, 
sämtliche bisher entwickelten Computertypen in einem Museum zu ver-
sammeln, geschweige denn dies für die Zukunft sicher zu stellen.“
21
Techniker und Experten, die historische Computer bedienen und gegebe-
nenfalls reparieren können, werden über kurz oder lang nicht mehr zur 
Verfügung stehen. Mit wachsendem Bestand müssten die Mitarbeiter des 
Museums ihr Fachwissen ständig erweitern, oder der Bedarf an Technikex-
perten und neuen Mitarbeitern würde ständig wachsen.
22
Die Nutzung der digitalen Objekte ist nur sehr eingeschränkt möglich. Da 
die obsoleten Computersysteme von der aktuellen Technologie abgeschnit-
ten sind, könnte der Nutzer nur im Computermuseum auf die Objekte 
zugreifen.
23
2.  Technische Probleme:
Die technischen Geräte und Bausteine haben nur eine begrenzte Lebens-
erwartung. Da für obsolete Systeme keine Ersatzteile mehr produziert wer-
den, ist die Restaurierung eines Systems irgendwann nicht mehr möglich.
24
Neben der Hardware muss auch die originale Softwareumgebung erhalten 
und archiviert werden. Diese muss natürlich auf den entsprechenden Da-
tenträgern vorgehalten werden. Da Datenträger ebenso wie die Hardware 
nur eine begrenzte Lebensdauer haben, müssen die Software und die Da-
ten von Zeit zu Zeit auf neue, frischere Datenträger des gleichen Typs, 
oder zumindest auf passende Datenträger des gleichen Computersystems 
umkopiert werden. Da jedoch Datenträger eines obsoleten Systems nicht 
mehr hergestellt werden, stößt diese Praxis zwangsläufig an ihre Grenze, 
21  s. Borghoff (2003)
22  Dooijes, Edo Hans (200):
Dooijes, Edo Hans (200): Old computers, now and in the future. Department of Computer-
science/University of Amsterdam. <<http://www.science.uva.nl/museum/pdfs/oldcomput-
ers_dec2000.pdf> (Abrufdatum: 14.12.2007)
23  s. Rothenberg (1998)
24  s. Borghoff (2003)
[ Version 1.5 ]   12-27
und Software und Daten gehen verloren.
25
Auftretende Schäden bei der Lagerung:
Es gibt wenig Literatur über die tatsächlich in der Praxis auftretenden Schäden. 
Der folgende Abschnitt bezieht sich auf eine Umfrage in Computermuseen. 
Diese Umfrage war Teil einer Abschlussarbeit an der San Francisco State Uni-
versity im Fach Museum Studies. Die folgende Aufzählung ist eine vorläufige 
Rangliste der auftretenden Probleme.
26
Zerfall von Gummiteilen: Gummi wird für viele Bauteile der Hardware 
verwendet.  Riemen  in  Motoren,  Rollen  in  Magnetbänderlaufwerken, 
Lochkartenleser und Drucker, um nur einige Beispiele zu nennen. Gum-
mi ist anfällig für Oxidation. Harte Oberflächen werden durch Oxidation 
weich und klebrig. Mit fortschreitendem Zerfall kann der Gummi wieder 
verhärten und dabei brüchig werden.
Zerfall von Schaumstoffisolierungen: Schaumstoff wird hauptsächlich 
zur  Lärmisolierung  und  Luftfilterung  in  Computern  verwendet.  Vor 
allem Schaumstoff aus Polyurethan ist sehr anfällig für eine ungewollte 
Oxidation. Das Material verfärbt sich zunächst und zerfällt dann in ein-
zelne Krümel.
Verfärbung von Plastikteilen: UV-Licht verändert die chemische Zusam-
mensetzung der Plastikgehäuse. Die Funktion des Geräts wird dadurch 
zwar nicht beeinträchtigt, aber die Farbe des Gehäuses verändert sich 
merklich ins Gelb-bräunliche.
Schäden durch Staub: Staub greift sowohl das Äußere der Hardware als 
auch ihr Innenleben an. Staub ist nur eine grobe Umschreibung für eine 
Vielzahl an Schadstoffen, wie z.B. Ruß, Ammoniumnitrat, Ammonium-
sulfat und Schwefelsäure. Mit dem Staub lagert sich Salz und Feuchtig-
keit an den Bauteilen ab. Dadurch wird die Anfälligkeit für Rost oder 
Schimmel erhöht. Lüfter mit Ventilatoren zur Kühlung von Prozessoren 
ziehen den Staub in das Gehäuse des Rechners.
Zerfall der Batterien: Leckende Batterien können das Innenleben eines 
Rechners zerstören. Batterien sind Behälter bestehend aus Metal und 
Metaloxid eingetaucht in eine Flüssigkeit oder ein Gel aus Elektrolyten. 
Batterien sind  sehr anfällig für Rost.  Bei  extrem unsachgemäßer  Be-
handlung können sie sogar explodieren. Austretende Elektrolyte können 
25  s. Rothenberg (1998)
26  Gibson, Mark A. (2006):
(2006): The conservation of  computers and other high-tech artifacts . Unique problemes 
and long-term solutions: Thesis M.A. San Francisco : San Francisco State University
12 Digitale Erhaltungsstrategien
nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung
12-28
Schaltkreise zersetzen.
Rost: Metall ist ein häufiger Werkstoff in elektronischen Geräten. Anfäl-
lig für Rost sind Eisen, Stahl und Aluminium. Metall wird vor allem für 
das Gehäuse sowie für Klammern, Schrauben und Federn verwendet. 
Beschädigte Kondensatoren: Ähnlich wie bei einer Batterie ist ein Elek-
trolyt wesentlicher Bestandteil eines Kondensators. Das Elektrolyt kann 
eine Flüssigkeit, eine Paste oder ein Gel sein. Problematisch wird es, 
wenn das Elektrolyt austrocknet, da dann der Kondensator nicht mehr 
arbeitet. Trocknet das Elektrolyt nicht aus, kann der Kondensator lecken, 
so dass das Elektrolyt austritt, und ähnlichen Schaden anrichtet, wie eine 
kaputte  Batterie.  Kondensatoren die lange ungenutzt bleiben  können 
explodieren.
Zerfall des Plastiks: Plastik löst sich über einen längeren Zeitraum hin-
weg auf. Der sogenannte Weichmacher, ein chemischer Stoff, der bei 
der Produktion beigemengt wird, tritt in milchartigen Tropfen aus dem 
Material aus. Bei bestimmten Plastiksorten riecht die austretende Feuch-
tigkeit nach Essig. Der Prozess beeinträchtigt auch die Haltbarkeit von 
anderen Materialien, die mit dem zerfallenden Plastik verbunden sind.
Schimmel: Bei einigen Monitoren aus den siebziger und achtziger Jahren 
kann Schimmel an der Innenseite der Mattscheibe auftreten.
Stark gefährdete Geräte und Bauteile:
Von den oben genannten möglichen Schäden sind die folgenden Bauteile am 
häufigsten betroffen:
•  Schaltkreise die auf Dauer ausfallen.
•  Kondensatoren die ausfallen oder explodieren.
•  Ausfall von Batteriebetriebenen Speicherkarten und EPROMS und ein 
damit einhergehender Datenverlust.
•  Zerstörte  Kartenleser  und  Magnetbandlaufwerke  durch  kaputte 
Gummirollen.
•  Verstaubte und verschmutzte Kontakte.
•  Gebrochene oder verlorengegangene Kabel.
27
Gesundheitsschädliche Stoffe und Risiken
Zu beachten ist, dass Restauratoren mit gesundheitsgefährdenden Stoffen am 
Arbeitsplatz in Kontakt kommen können. Welche Stoffe in Frage kommen, 
hängt vom Alter und der Bauart der Hardware ab. Dokumentiert ist das Auf-
27  s. Dooijes (2000)
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